Riech-Stifte

Viele Menschen im Autismus-Spektrum haben Schwierigkeiten mit ihrem Geruchssinn, sei es durch eine verminderte Wahrnehmung (Hyposmie) oder eine übersteigerte, verzerrte oder undifferenzierte Reaktion auf Gerüche (Parosmie). Durch die Verwendung von Riechstiften ist es möglich, den Geruchssinn zu trainieren. Man kann so lernen, Gerüche bewusst wahrzunehmen, zu erkennen und zu differenzieren. Riechstifte können auch zur Beruhigung eingesetzt werden, da vertraute Düfte auf das Gehirn einwirken und ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Vor allem für Menschen im Autismus-Spektrum, die dazu neigen, an Menschen oder Dingen zu riechen, ist die Verwendung von Riechstiften oft die sozial unauffällige und akzeptierte Lösung.

Bei einem Riechtraining werden die betroffenen Personen täglich dazu angeleitet, einige Sekunden an verschiedenen Gerüchen zu schnuppern. Dabei werden die wahrnehmbaren Unterschiede erklärt, und es ist wichtig, jeden Geruch laut zu benennen, um eine Verknüpfung im Gehirn herzustellen. Es wird jedoch empfohlen, nie mehr als vier verschiedene Gerüche gleichzeitig zu verwenden. Die konstante Darbietung der gleichen Gerüche über einen Zeitraum von 3-4 Monaten ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Gehirn die Gerüche dauerhaft abspeichert. Erst danach sollten neue Gerüche die alten ersetzen.

Die Riechstifte sind mit einem Baumwollstäbchen ausgestattet, das man mit ätherischen Ölen beträufeln kann. Dieser Baumwollstäbchen kann aber auch entfernt werden und durch andere riechende Dinge ersetzt werden.

       

Man kann also einerseits ätherische Öle verwenden, andererseits aber auch riechende Dinge aus Küche, Haushalt und Garten und vieles mehr.

Welche Gerüche gibt es?

Zitrusfrüchte, wie z.B. Zitrone, Orange, Mandarine, Limette, Grapefruit, Bergamotte, Neroli (Pomeranze)

Blumige Gerüche, wie z.B. Rosen, Jasmin, Gardenie, Lavendel, Flieder, Maiglöckchen, Orangenblüte, Freesien, Veilchen

Menthol-Gerüche, wie z.B. Minze, Eukalyptus, Tigerbalsam, Zahnpasta

Süße/liebliche Gerüche, wie z.B. Vanille, Schokolade, Karamell, Zimt

Rauchige oder verbrannte Gerüche, wie z.B. Kohle, abgebrannte Streichhölzer, Rauchgeruch

Holzige oder harzige Gerüche, wie z.B. Blätter, Harze, Sträucher, Baumrinde (Zeder), Nadelöl, geröstete Kaffeebohnen, Leder

Synthetische Gerüche, wie z.B. Alkohol, Desinfektionsmittel, Ammoniak, Chlor, Benzin

Scharfe Gerüche, wie z.B. Essig, Knoblauch, Zwiebel, Senf, Kampfer

Kräuter-Gerüche, wie z.B. Thymian, Basilikum, Liebstock, Gewürznelke, Rosmarin, Oregano, Salbei, Melisse

Fäulnis-Gerüche, wie z.B. verdorbenes Fleisch oder Fäkalien (ersparen wir uns das)

Um den Geruchssinn zu trainieren, ist es sinnvoll, stets vier verschiedene Gerüche zu verwenden, die deutlich voneinander unterscheidbar sind. Die Auswahl von Düften wie Zitrone und Limette, die ähnlich riechen, ergibt keinen sinnvollen Trainingseffekt, wenn sie kurz hintereinander eingesetzt werden.

Einige bewährte Kombinationen zum Üben sind:

Rose-Zitrone-Gewürznelke-Eukalyptus

Zitrone-Kaffee-Minze-Leder

Minze-Jasmin-Thymian-Mandarine

 

 

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