Toleranz versus Akzeptanz

Toleranz versus Akzeptanz

Wie achtsamer Sprachgebrauch Lebensqualität verbessert

Ein toleranter Mensch zu sein, gilt als lobenswert. Und wer als intolerant bezeichnet wird, fühlt sich getadelt. Toleranz gilt als Tugend. Keine Toleranz zu zeigen, ist eine schlechte Eigenschaft. Doch ist Toleranz überhaupt etwas positives? Was bedeutet Toleranz? Welchen Beigeschmack hat Toleranz?

Unter Toleranz versteht man die Duldung und das Gewährenlassen anderer. Das heißt also, wer toleriert wird, wird bestenfalls geduldet. Man lässt ihn gewähren, obwohl man eigentlich der Meinung ist, dass das, was er tut oder wie er ist, falsch ist. Wer toleriert stellt sich somit über denjenigen, den er toleriert. Um es ganz weit zu spinnen, könnte man sagen, wer tolerant ist, ist ganz schön überheblich.

In Bezug auf Menschen mit Behinderung wird deutlich, dass jemand, der Menschen mit Behinderung toleriert, sie als minderwertig betrachtet.

Der Mensch, der nur toleriert wird, fühlt sich minderwertig und steht ständig unter dem Druck anderen entsprechen zu müssen. Bloß nichts falsch machen, bloß nicht auffallen. Oder er reagiert entgegengesetzt mit Wut und Aggression auf das Gefühl, von anderen nur als minderwertig gesehen zu werden. Menschen mit Behinderung ist so dadurch bewusst, dass sie eigentlich abgelehnt und bestenfalls ertragen, geduldet, eben toleriert werden.

So dient Toleranz zwar als Schutz vor offener Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, es bleibt jedoch die indirekte Diskriminierung, der bittere Beigeschmack, den Toleranz hinterlässt.

Was ist also die Alternative zu Toleranz? Akzeptanz!

Akzeptanz bedeutet annehmen, anerkennen und mit etwas einverstanden zu sein. Ein Mensch, der in einer Gesellschaft lebt, in der er akzeptiert wird, so wie er ist, fühlt sich wertgeschätzt. Er fühlt sich richtig und dazugehörig. Und mehr noch, er fühlt sich respektiert.

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